Für mich persönlich war 2022 ein schönes Jahr, gefühlt normaler und irgendwie auch ruhiger als die Jahre zuvor und doch voller Erfahrungen, Überraschungen und vielen Erlebnissen. Das hat mich 2022 am meisten bewegt:
- Unsere Hochzeit
- ADHS Diagnose
- Venedig-Marathon
Hochzeit – An Silvester hat mir meine Frau einen spontanen Heiratsantrag gemacht und ich habe sofort „JA!“ gesagt. Anschließend gingen wir die Planung für unsere kleine, fast geheime Hochzeit an. Planung und Bürokratie sind selbst bei einer so kleinen Hochzeit kein Spaß, aber am 14. Juli sind wir dann in Malcesine mit Blick über unseren Gardasee getraut worden und glücklich verheiratet.
ADHS-Diagnose – Nach einem Gespräch mit ihrer Physio-Therapeutin hat meine Frau den Verdacht, dass ich ADHS habe. Mit einigem Aufwand finden wir einen Psychiater, der auf ADHS bei Erwachsenen spezialisiert ist, der mich, aber zur großen Überraschung auch meine Frau mit ADHS diagnostiziert. Die ADHS-Diagnosen bewegen viel in uns und stoßen den langen Prozess an, der uns hilft, uns selbst besser zu verstehen.
Venedig Marathon – Wer regelmäßig hier mitliest, weiß, dass mein Laufen und meine Psyche eng miteinander verquickt sind. Ich hadere oft mit dem Laufen und habe oft Laufen als „das“ Maß meiner psychischen Gesundheit (miss-)gedeutet. Mir ist diese psychisch ungesunde Verquickung erst so richtig bei und nach der Teilnahme am Venedig-Marathon bewusst geworden. Schon deshalb war der Venedig-Marathon vielleicht der bisher wichtigste Lauf meines Lebens (neben dem UTMF Ultra Trail Mount Fuji bei dem ich meine Frau kennengelernt habe).
Bilder
Irgendwie habe ich beim Schreiben des Jahresrückblicks den Eindruck, dass es ein sehr Bilder lastiger Rückblick wird. Viele Emotionen und Erinnerungen lassen sich besser in Bilder fassen als zu beschreiben:





















Hochzeit
Meine Frau und ich haben uns 2014 in Kyoto kennengelernt und waren etwa ein Jahr später ein Paar. Zusammen haben wir viel erlebt und uns gegenseitig unterstützt. An Silvester 2021/2022 fragte mich meine Frau, ob wir heiraten wollen und ich sagte sofort „JA!“. Ein gutes halbes Jahr später heirateten wir ganz klein und nur für uns in Malcesine am 14. Juli und sind damit sehr glücklich.













Psyche
Ich glaube ich habe 2022 deutliche Fortschritte bei meiner psychischen Gesundheit gemacht. Einerseits habe ich dieses Jahr weniger (gar keine) depressiven Perioden gehabt, andererseits habe ich vielleicht die „tiefe, wirkliche“ Ursache für meine Depressionen gefunden: ADHS.
Die Abkürzung ADHS bedeutet Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Eine psychische Störung ist erst einmal wortwörtlich genau das eine „Störung“: Menschen mit ADHS fühlen sich von ihrem eigenen Verhalten selbst gestört oder — in einem gewissen Sinn viel wichtiger — merken, dass sie andere durch typische ADHS-Verhaltensweisen stören:
- In einem ADHS-Gehirn ist nie Ruhe, immer ringen mehrere Gedanken gleichzeitig wild herumfuchtelnd um Aufmerksamkeit. Die Ruhelosigkeit ist mit der Zeit sehr anstrengend und stört einen Menschen mit ADHS selbst.
- Ein ADHS-Gehirn ist immer auf der Suche nach etwas Interessanten, Neuen oft auch einem Kick. Routineaufgaben, und Pflichten sind schrecklich für das ADHS-Gehirn. Wenn man aber Pflichten und Routineaufgaben vernachlässigt, führt das schnell zu selbst herbeigeführten Problemen, der Alltag ist gestört.
- Von außen gesehen sind Menschen mit ADHS oft kindisch, unpünktlich, unzuverlässig, ungeduldig und vieles mehr. Alles negative Eigenschaften und das wird einem Menschen mit ADHS auch oft von der Gesellschaft (Menschen die mehrheitlich kein ADHS-Verhalten zeigen) sehr deutlich gezeigt. In der Folge verstellen sich Menschen nach Außen und haben oft ein geringeres Selbstwertgefühl. Durch Verstellen und das geringere Selbstwertgefühl erhöht sich die Chance beispielsweise in Depressionen zu rutschen.
- Menschen mit ADHS haben aber auch viele Stärken, was oft dazu führt, dass sie ihre Schwächen gut kompensieren können und so gar nicht oder erst sehr spät mit ADHS diagnostiziert werden.
Ich selbst bin jetzt als Erwachsener offiziell von einem Psychiater mit ADHS diagnostiziert worden. Im ersten Moment fragt man sich „Und was mach‘ ich jetzt?“. Erst einmal hilft mir Diagnose viele meiner Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften selbst besser zu verstehen. Mit dem neuen Blickwinkel ADHS wird vieles „logischer“ und erklärt auch den Hintergrund, wie ich in meine beiden depressiven Episoden am Ende des Studiums (nicht diagnostiziert) und vor ein paar Jahren (diagnostiziert) entwickelt habe. Allein die ADHS-Diagnose selbst ist damit schon Therapie, weil das Problem einen Namen bekommen hat und damit besser gefasst und angegangen werden kann. Zudem bietet die Diagnose auch Therapiemöglichkeiten, die ich im neuen Jahr weiter ausprobieren kann.
Sport
Das Jahr 2022 war an sich kein Sportjahr, trotzdem habe ich bei einer Ultratrail-Veranstaltung (Mega Marsch Mallorca 50/12) teilgenommen und noch besser, ich bin beim Venedig Marathon ins Ziel gelaufen.
Angefangen hatte 2022 mit der „Run for Nepal“-Challenge auf Instagram. Gleichzeitig hatte ich Anfang 2022 meinen Laufstil auf „Slow Jogging“ umgestellt. Zum ersten Mal seit langer Zeit bin ich mit Run for Nepal und Slow Jogging wieder in eine Laufroutine gekommen. Zudem fragte eine Kollegin in die Runde, ob jemand vielleicht den Mega Marsch Mallorca mitlaufen wollte. Kurze Zeit später war ich zum Mega Marsch Mallorca, dem Allgäu-Panorama-Marathon und auch dem Venedig-Marathon angemeldet. Tatsächlich bin ich dann den Mega Marsch Mallorca und den Venedig Marathon wirklich gelaufen, für den Allgäu Panorama Marathon war ich wirklich zu unfit.
Der Venedig Marathon war bisher zwar von der Zeit mein schlechtester Marathon, aber trotzdem vielleicht der wichtigste Lauf in meiner „Laufkarriere“, weil mir der Lauf zu vielen Einsichten in mein eigenes Laufen gebracht hat.
Freundschaften
Aktuell ein schwieriges Thema, ich habe viele meiner Freunde total vernachlässigt und das obwohl ich vielleicht vielen in schwierigen Situationen hätte beistehen können. Für viele meiner Freunde war 2022 ein schlimmes Jahr mit traumatischen medizinischen Vorfällen, hässlichen Trennungen, bedrohlichen Krankheiten und krassen beruflichen Veränderungen.
Zudem ist es für viele Freunde und Familie schwer zu verstehen, dass wir unsere Hochzeit nur für uns im kleinst möglichen Kreis (Brautpaar & Trauzeugen) gemacht haben. Damit haben wir quasi unsere Heirat „geheim“ gehalten, um uns nur auf uns selbst konzentrieren zu können. Das hat zwar uns selbst sehr bei unserer Hochzeit geholfen, aber das „Verschweigen“ muss ja irgendwann aufgelöst werden und damit muss man auch quasi eine absichtliche „Lüge“ gegenüber den engen Freunden und Familie eingestehen und auch die Reaktionen darauf zu verstehen.
Schöne Erinnerungen ganz durcheinander
Hühnerbeinkniestrümpfe / Begeisterte Augen meiner Eltern im Antiquarium / Nymphenburger Schneespaziergang / Irre Freude meiner Frau beim Felsentor „Es Pontas“ / dystopischer Feeling mit Sahara-Staub / Prozession in Bologna / total konspirativer Oliven-Öl-Deal / Kormorane in Kehl, am Gardasee und auf Mallorca / (unfertige) ADHS-Kirche Basilika San Petronio / „Run for Nepal“-Medaillen / Cannabis-Automat mit der Sorte „“ / Erdbeer-Automat / Rätselhafter Herd mit Zeitschaltuhr / Gegen die Wellen und Strömung paddeln / Die Katze hat ihr Totemtier gefunden / Fotoalbum mit Aperitivo / Kerzen im Kloster anzünden / Kerzen mit Eichhörnchen anzünden / Kastinensturm / Ensaimadas im Ziel des Mega Marsch Mallorca / Konfettikanone und Konfettie-Schnee-Engel / selbst gepflückter Brautstrauß / „Hallo Schwan, was ist denn eigentlich dein Problem?“ / meine tollen Dino-Shirts / zahme weiße Taube / Robotermassage / Schneekirschblüten / Klopf-Klopf: „Könnt Ihr die Lieferung annehmen?“ Transportboot ankert vor unserem Airbnb / Störche / Aqua Alta / freche Katzen im Agritourismo / Spaß mit der Dino-Ratsche / selig in Saturnia / Weihnachtsbaum im Schnee / Eisregen / Perchten / selbstgemachtes Macadamia-Mus anstatt Macadamia-Mehl / Einhorn mit Apfelkuchen / Standesbeamtin mit Schärpe / partielle Sonnenfinsternis vom Balkon / Meine Frau am Markusplatz beim Marathon / Österreich-Pavillon / komischer italienischer Bierkühler im Badezimmer? / Auf der Würm SUP paddeln / MTB-Weltmeisterschaft im Olympia-Park / Feuerlöschflugzeug ist erfolgreich / Katze erschreckt Tauben / Lost Place Factory in Stuttgart / Maibowle / weiße Haustier-Taube mit ihrem Spielzeug / Piroggen formen / Blauschnabelenten / Brutalismus am Tantris / Futuro-Haus / Reiher auf dem Hubertussteig / Fuchs-Handtücher aus Straßburg / Polizeipferde / Satellite Reef / Pinkes Shirt zu den Rote-Beete-Schlutzkrapfen / Herzballons / Kinderschokolade im Impfsalon / Das Einhorn mag keine Möwen / Mit gelbem Strickshirt einen Limoncello-Sprizz trinken / Spray-Schablonen schneiden / „Wechseln Sie oft den Radiosender? / Star Wars Adventskalender / Huchen / Flugzeug vor dem Supermond / „Das ist doch Playback, oder?“, nope ist es nicht / auf dem Turm des neuen Rathaus / Planung des Käserollens im Luidpoldpark / ein UFO verfolgt / Burger bei Hecht und Sonne / Fluffy Pancakes / Viel Spaß mit den Post des ADHD-Counples / Gärtnerplatzalm / Albino-Schwan / Touren zum hängenden Fels / In der Allerheiligen-Gumpe baden / Hare-Krishna-Hare-Hare / Gestacheltes Bier /
Kunst
Tatsächlich war 2022 ein sehr Kunst lastiges Jahr, sowohl Street Art, Zwischennutzungen und Lost Places, als auch wirklich viel etablierte Kunst in Museen, Galerien und Ateliers. Das absolute Highlight war das Satellite Reef im Museum Frieder Burda. In München, Dachau und Stuttgart sind plötzlich überall mysteriöse gesprayte gelbe Katzen aufgetaucht, ich frag‘ mich wer das war? Die Biennale in Venedig ist schon ein absoluter Kunst-Stack-Overflow. Der Pigmentraum im Archive Geiger sieht so aus, als ob ihn Rudolf Geiger noch täglich nutzen würde. Und dann gab es auch noch viel Street Art.



















































Reisen
Bedingt durch die Corona-Pandemie waren die Urlaube 2022 auf den ersten Blick weniger exotisch als früher, aber erlebnistechnisch kann sich 2022 mit allen unseren früheren Urlauben messen:
- Mega Marsch auf Mallorca
- Baden.Baden zum Museum Frieder Burda
- Gardasee zur Hochzeit
- Italien (Bologna, Saturnia und Venedig)
Gadgets
Mein Nerdherz hat sich dieses Jahr an vielen Gadgets erfreut, aber ganz ADHS-typisch habe ich an einigen auch nach einiger Zeit wieder das Interesse verloren, Zeit es am Jahreswechsel wiederzubeleben.
SUP-Schalldämpfer – Mit einem SUP-Schalldämpfer kann man die Luft leise und ohne das laute PPPSSSCCHHHHhhhhvvvviiiiii aus einem aufblasbaren Stand-Up-Paddle-Board (SUP-Board) ablassen. Gerade in Naturschutzgebieten möchte man Tiere und Menschen möglichst wenig erschrecken, deshalb sollte eigentlich jeder SUP-Paddler einen SUP-Schalldämpfer dabei haben.
Elektrische SUP-Pumpe – Quasi das absolute Gegenteil des SUP-Schalldämpfers ist die Akku-SUP-Pumpe. Mit der Akku-Pumpe kann man recht laut ein SUP automatisch aufpumpen lassen.Wenn man nicht direkt am Wasser ist, nimmt man die aufblasbaren SUP-Boards im Rucksack zum See/Meer/Fluss und pumpt es dann per Hand auf. Macht man das oft, ist das mit Handpumpe ganz schön nervig, zeit- und kraftraubend. An manchen Seen in Bayern gibt es deshalb fest installierte SUP-Pumpstationen, aber mehr Flexibilität bietet eine elektrische Akku-SUP-Pumpe. Klar so ne Akku-SUP-Pumpe hat viele Nachteile, das elektrische Aufpumpen dauert länger als per Hand, ist dafür aber viel lauter. Man muss den Akku immer laden und hat ein Ding mehr zu schleppen. Trotzdem ist so eine SUP-Pumpe super, den sie besänftigt den inneren Schweinehund der Handpumpen nicht mag und insgesamt geht man mehr zum SUP-Fahren als ohne Akku-Pumpe.
HOME-PCR-Test – Mit den neueren Corona-Varianten haben (vielleicht) die Antigen-Schnelltests etwas an Genauigkeit eingebüßt. Genauer sind PCR-Tests, aber die sind gar nicht so einfach zu organisieren. Tatsächlich kann jetzt NAT-PCR-Tests für zuhause kaufen. Ich habe mehrere in den USA bestellt und die Tests zum Pool-Testen bei einer Party verwendet, als genaueren Test vor dem Besuch bei gefährdeten Menschen hergenommen und für mich selbst zur Sicherheit nach einer großen mehrtägigen Veranstaltung gemacht.
CARBON-LAUFSCHUHE – „Neuer Lauf, neue Ausrüstung“ so lautet das Gesetz! Die neuen Hoka-Carbon-Laufschuhe waren ein Volltreffer und haben sicher zum Erfolg beim Venedig-Marathon beigetragen. Ich hatte auch noch ein Nike Paar für schwere Läufer ausprobiert, aber diese Schuhe taugen nicht zum Marathonlaufen, sind aber als supersofte Rehaschuhe nach dem Lauf super.
WHOOP-ARMBAND & OURA-RING – Der Oura Ring (meine Frau) und das Whoop-Armband (ich) messen Schlaf, HRV, Hauttemperatur und vieles mehr und können so unser Schlafverhalten und Fitness aufzeigen. Da sich die Messwerte mit unserem subjektiven Gefühl ziemlich decken, bringen die Messgeräte auf den ersten Blick vielleicht gar nichts. Aber da sie über Monate eine vertrauenswürdige Meßhistorie schaffen, kann man in die Vergangenheit schauen und dann doch Trends beobachten oder Rückschlüsse ziehen … ist aber trotzdenm nicht ganz einfach.
Kochen & Backen
So im Rückblick kann ich mich nicht wirklich an besonderes Essen, das ich gekocht habe, erinnern. Aber wenn ich meine 2022er Fotos anschaue, waren auch dieses Jahr neue und gute Rezepte dabei. Unser Favorit ist eindeutig der Apfelkuchen.












Beruf
Außer, dass ich dieses Jahr mal wieder im Feld beim Robotervermessen war, ist alles beim alten, sowohl positiv als negativ.
Überraschungen
Die Verlobung an Silvester 2021/2022.
Essen & Trinken
Ein wirklich wirklich erinnerungswürdiges supergutes Essen gab 2022 nicht, aber direkt gegenüber meiner Wohnung liegt die „Alte Liebe“, die 2022 einen Guide Michelin Stern erhalten hat. Sterneküche ist mir/uns zu überkandidelt, aber mittwochs und donnerstags kann man oft noch eine Platz an der Bar ergattern und Bistro-Essen à la Carte genießen. Hab‘ ich 2022 zwei-/dreimal nach der Arbeit gemacht und war sehr gut.
Das beste Getränk 2022 (und mindestens der ganzen 2020er Jahre) ist der perfekt temperierte Crémant d’Alsace bei unserer Hochzeit am wunderschönen Sommertag am Gardasee. Ich werde diesen Augenblick nie vergessen.



COVID-19-Pandemie
Die Corona-Pandemie ist 2022 für mich gruseliger geworden. In den beiden Jahren zuvor war es eine abstrakte Gefahr, aber niemand in meinem engen Familien- und Freundeskreis ist ernsthaft erkrankt. Erst jetzt höre ich Sätze wie „… so krank war ich noch nie“ oder „ich kann nicht mehr Tennis spielen …“ und fast ein Klassiker „seit Corona im Herbst, bin ich und meine Kinder dauernd krank.“
Klar verstehe ich, wenn man die Corona-Pandemie jetzt hinter sich lassen will, aber COVID-19 scheint sich erst jetzt mit weniger Vorsichtsmaßnahmen richtig zu verbreiten. Ich bleibe auf jeden Fall vorsichtig, trage noch oft (1) FFP2-Masken, nehme weiter (2) virozide Nasensprays (z.B. ), lutsche neuerdings (3) virozide Bonbons und Kaugummies, messe mit meinen (4) CO2-Messgeräten die Luftqualität, versuche möglichst Freunde beim Treffen zu (5) Antigen-Tests zu bewegen. Enge Veranstaltungen und volle Restaurants mag ich seit Corona eh nicht mehr und Covid-Diskussionen (z.B. Immunschuld) versuche ich möglichst zu vermeiden.
Mit meiner bisherigen Mischung aus Vorsicht, wahrscheinlich auch Glück und auch meiner Blutgruppe 0+ hat das bisher gut geklappt und ich werde das einfach so weitermachen. Positiver Nebeneffekt ich hatte seit 2019 keine einzige Erkältung, kann mich aber an regelmäßige Infekte davor noch gut erinnern.
Bücher
Bei einem Männerabend Anfang des Jahres hat mir ein Freund zum ersten Mal vom Fantasy-Genre LitRPG (Literary Role Playing Game) erzählt und ich dachte noch bei mir, „was ein Nerdkram“. Naja, kurze Zeit später höre ich den ersten Teil eines LitRPG-Hörbuchs („He Who fights with Monsters“) und fiebere jetzt auf jeden noch unveröffentliche Teil dieser Geschichte hin. Um ehrlich zu sein, die Geschichte ist platt, aber irgendwie mag ich „He Who fights with Monsters“ und es gehört jetzt oft zum Einschlafritual Teile der Geschichte immer und immer wieder zu hören.
Filme
Der für mich beste Film 2022 ist die Dokumentation „Good Night Oppy“ über den Mars-Rover Opportunity der NASA. Für eine Dokumentation ist der Film erstaunlich emotional, ich kann mich jedenfalls an keine Dokumentation erinnern, die mich (fast) zum Weinen gebracht hat. Aber schon Februar 2019 — lang vor dem Film — hatten mich die „letzten Worte“ des Mars Rovers Oportunity tief berührt:
My battery is low and it’s getting dark.
Mars Rover Opportunity, June 2018
(Paraphrased by Jacob Margolis)
Musik
Keine
Tiere

















Veranstaltungen
Das Archiv Geiger bietet Siebdruckworkshops an. Beim Workshop kann man mit Hilfe eines erfahrenen Druckers, der noch eng mit Rupprecht Geiger zusammengearbeitet hat mit den original Tageslichtfarben seinen eigen abstrakten „Geiger“ drucken und wir sind damit sehr glücklich.
Zum ersten Mal gemacht?
Geheiratet.
Nach langer Zeit wieder gemacht?
Einen Marathon gelaufen. Mein Laufbericht zum Venedig-Marathon gibt es hier.
Hirnrissige Aktionen
Nach den Desastern im letzten Jahr gab es 2022 eigentlich keine hirnrissige Aktionen … Glück gehabt. Am ehesten noch eine kleine Bergtour zu einem hängenden Felsen in einer Schlucht, bei dem ich mich mal locker um 400 Meter verstiegen habe und plötzlich vor einem Abgrund weit über der Schlucht stand. Merke mehr Vorbereitung und weniger Google-Maps in den Bergen.
Darauf hätte ich gerne verzichtet!
Probleme mit meiner internationale Geburtsurkunde — Die Bürokratie für eine Hochzeit ist gar nicht so einfach. Aus irgendeinem Grund hatten wir uns eingebildet, dass ich keine internationale Geburtsurkunde für die Hochzeit in Italien bräuchte, weil wir schon ein internationales Ehefähigkeitszeugnis bekommen hatten. Eine Woche vor der Hochzeit wollten wir los zum Gardasee, als plötzlich eine E-Mail des Standesamts in Malcesine, dass meine internationale Geburtsurkunde noch fehlen würde. Jetzt wurde es kurz etwas hektisch, aber als ich persönlich im Rathaus meiner Geburtsstadt — trotz COVID-19-Mitarbeiter-Krise — vorsprach, hatte ich dann doch die notwendigen Papiere zusammen.
Vor dem Marathon etwas verletzt — Kurz vor dem Venedig-Marathon bin ich mit dem großen linken Zeh an einem Stein in den Wasserfällen von Satunia hängengeblieben. Wow, das tat erstmal ziemlich weh und der Zehennagel sah schrecklich gestaucht aus. Also was macht man in so einem Fall: Erstmal ignorieren und verleugnen. Klappt auch ziemlich gut, aber meine Frau bemerkt doch drei Tage vor dem Marathon, dass ich ziemlich Humple (obwohl ich versuchte es zu verbergen). Aber der Zeh wird besser und mein Verband scheint zu helfen, ich konnte den Venedig-Marathon laufen.
Beste Sprüche
Hallo Schwan, was ist denn jetzt das eigentliche Problem?
Meine Frau zum aufgeregten Schwan
Nach meinem Longjog von München an den Starnberger See machten wir am Ufer ein Picknick. Plötzlich schwamm ein sehr stolzer und sehr großer Schwan weit draußen vom See direkt auf uns zu. Irgendwie glaubte der Schwan vielleicht sei unser Einhorn ein Schwanenbaby und müsste von ihm beschützt werden, aber so ganz sicher war er der Sache auch nicht. Auf jeden Fall rückte er sehr nah an uns ran, fauchte, aber lies uns trotzdem etwas eingeschüchtert sitzen, immer mit Blick auf das Einhorn.
Klopf-Klopf: Könnt Ihr die Lieferung annehmen?
Lieferkahn der vor unserem Airbnb in Venedig festgemacht hatte
Morgens beim Frühstück im Airbnb auf Guidecca klopft es an die Scheibe. Direkt am Kanal vor unserem Fenster hat ein Lieferkahn angelegt und lädt erste Paletten vor unserer Haustür ab. Schnell ist klar, dass wir nicht der Empfänger sind, aber der richtige ist dann doch schnell im Nachbarhaus gefunden. Mittem beim Ausladen unterbrechen die Arbeiter ihre Arbeit und setzen den Kahn an die gegenüberliegende Kanalseite. Kurz darauf legt ein Begräbnisschiff an und ein Sarg wird mit etwas Mühe wegen einer streikenden Hydraulik ausgeladen und zum Gottesdienst in der Kirche Il Redentore gebracht. Die Hydraulik wird unter etwas Fluchen notdürftig mit viel Hammereinsatz repariert und der Sarg nach einiger Zeit wieder abgeholt und weitertransportiert. Anschließend wird der Frachtkahn weiter entladen und unser Frühstücksabenteuer ist dann auch zu Ende.


Gute Taten
Ich konnte etwas Trost spenden, habe eine Mitläuferin durch ihren ersten Ultra begleitet und ein paar Geldspenden.
2022 war mit wenigen Worten …
Gut
Pläne für 2023
- Athen Marathon laufen
- Hochzeitsreise nach Machu Picchu
- Ein Skiurlaub
- Hilft alles nix, ich brauche dieses Jahr diese Mountain-Bike-Sprungschanze!
